Ein Baum. Verwurzelt in Erinnerung.

Ein Gedenkort für Menschen, die durch Suizid verstorben sind, und ihre Angehörigen

Im Herrenlandpark in Brüggen entsteht am 08.11.2026 ein besonderer Ort.

Ein Baum. Ein Ort zum Innehalten. Ein Platz für Erinnerung und Trauer.

Der Gedenkort soll an Menschen erinnern, die durch Suizid verstorben sind, und zugleich den Angehörigen einen sichtbaren Ort geben, an dem ihre Trauer, ihre Erinnerungen und ihre Verbundenheit Raum haben.

Doch dieser Ort soll mehr sein als ein Erinnerungsort.

Er möchte auch ein sichtbares Zeichen für Suizidprävention und psychische Gesundheit setzen. Denn über Suizid, Suizidalität und psychische Krisen zu sprechen, kann helfen, Tabus abzubauen und Menschen zu ermutigen, sich Unterstützung zu suchen.


Wie die Idee entstanden ist

Als Angehörige, die selbst einen geliebten Menschen durch Suizid verloren haben, wissen wir, wie sehr ein solcher Verlust das eigene Leben verändert.

Die Trauer nach einem Suizid ist häufig von besonderen Fragen, Schuldgefühlen, Wut, Hilflosigkeit und dem Gefühl begleitet, mit dem Erlebten allein zu sein.

Aus unserer Arbeit bei AGUS Brüggen – Angehörige um Suizid – entstand deshalb der Wunsch nach einem öffentlichen Ort, an dem Erinnerung möglich ist.

Einem Ort, der nicht ausgrenzt und nicht erklärt, wie Trauer sein muss.

Einem Ort, an dem Menschen einfach sein dürfen.

Im Frühjahr 2026 haben wir unsere Idee der Gemeinde Brüggen vorgestellt. Aus der ersten Idee entwickelte sich Schritt für Schritt das konkrete Projekt für den Herrenlandpark.

Am Ende entstand dort ein Ort, der dauerhaft an Menschen erinnert, die durch Suizid verstorben sind – und an diejenigen, die mit diesem Verlust weiterleben.


Warum ein Baum? Warum Wurzeln?

Ein Baum wächst über viele Jahre. Er steht an einem festen Ort und ist tief mit seiner Umgebung verbunden.

Unter der Erde sieht man seine Wurzeln nicht – und doch geben sie ihm Halt.

Für uns sind die Wurzeln deshalb ein besonders starkes Bild für die Verbindung zu einem Menschen, den wir verloren haben.

Auch wenn ein Mensch nicht mehr bei uns ist, bleiben die gemeinsamen Erinnerungen, Geschichten und Erfahrungen.

Die Verbindung endet nicht einfach mit dem Tod.

Sie verändert sich.

Deshalb steht auf unserem Gedenkort:

Ihre Wurzeln bleiben.

In den Herzen ihrer Angehörigen.

Der Baum soll damit auch daran erinnern, dass ein verstorbener Mensch weiterhin Teil der Lebensgeschichte seiner Angehörigen bleibt.


Warum eine Espe?

Für den Gedenkort wurde eine Espe, die Zitterpappel (Populus tremula), ausgewählt.

Die Entscheidung passt nicht nur zu den örtlichen Gegebenheiten. Die Espe trägt auch Eigenschaften in sich, die wir mit unserem Gedenkort verbinden können.

Die Zitterpappel ist eine heimische Pionierbaumart. Sie kann offene Flächen schnell besiedeln und besitzt ein weitreichendes Wurzelsystem. Über Wurzelausläufer kann sie neue Triebe bilden. 2026 wurde die Zitterpappel zum Baum des Jahres gewählt.

Und dann sind da ihre Blätter.

Schon ein leichter Wind bringt sie zum Zittern und Rauschen. Daher kommt auch die bekannte Redewendung „wie Espenlaub zittern“.

Wir möchten dieses Zittern nicht als feststehende Symbolik verstanden wissen. Aber als persönliches Bild berührt es uns:

Manchmal reicht eine Erinnerung, ein Geruch, ein Lied oder ein bestimmter Ort – und etwas in uns beginnt wieder zu schwingen.

Trauer kann sich ganz leise zeigen. Und manchmal ist sie plötzlich wieder ganz nah.

So darf auch die Espe auf ihre eigene Weise Teil dieses Gedenkortes sein.


Von der Idee zum Gedenkort

Aus einer ersten Idee wurde im Laufe des Jahres 2026 ein konkretes Projekt.

März 2026
Vorstellung des Konzeptes bei der Gemeinde Brüggen.

Frühjahr und Sommer 2026
Abstimmung über Standort, Baumart, Gestaltung und die weitere Umsetzung.

Sommer 2026
Die Planung des Gedenkortes wurde weiter konkretisiert. Dazu gehörten unter anderem die Gedenktafel, die Gestaltung des Holzaufstellers und die langfristige Pflege des Ortes.

Herbst 2026
Die Espe wird im Herrenlandpark gepflanzt und der Gedenkort eingerichtet.

08.11.2026
Eröffnung des Gedenkortes im Herrenlandpark


Ein persönlicher Ort

Dieser Gedenkort ist für uns nicht nur ein Projekt.

Er hat auch eine persönliche Geschichte.

Wir haben selbst erfahren, was es bedeutet, einen Menschen durch Suizid zu verlieren. Diese Erfahrung begleitet uns bis heute und ist ein wichtiger Grund dafür, warum wir uns bei AGUS für Angehörige einsetzen.

Unser Wunsch ist, aus dieser persönlichen Erfahrung etwas entstehen zu lassen, das auch für andere Menschen da sein kann.

Für jemanden, der einen geliebten Menschen verloren hat.

Für jemanden, der vielleicht zum ersten Mal bewusst über Suizid und Suizidprävention nachdenkt.

Für jemanden, der einfach einen Moment innehalten möchte.

Und vielleicht auch für jemanden, der gerade selbst nicht weiß, wie es weitergehen soll.


Eine kleine persönliche Verbindung

Ein kleines Detail des Gedenkortes hat für uns eine ganz besondere Bedeutung.

Das Einhorn, das sich dezent in der Gestaltung wiederfindet, erinnert an unsere Tochter Nicole.

Sie mochte Einhörner sehr.

Für andere Menschen mag dieses kleine Zeichen nur ein Detail sein. Für uns ist es eine ganz persönliche Verbindung zu einem Menschen, der uns fehlt.

Auch darin zeigt sich, was Erinnerung bedeutet:

Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die einen Menschen in unserem Leben weiter lebendig halten.


Erinnern. Und gleichzeitig hinschauen.

Ein Gedenkort für Menschen, die durch Suizid verstorben sind, darf nicht nur zurückblicken.

Er darf auch den Blick auf das richten, was heute möglich ist.

Suizid kann viele Menschen betreffen. Hinter einem Suizidgedanken oder einem Suizidversuch können sehr unterschiedliche persönliche Krisen und Belastungen stehen.

Deshalb möchten wir mit diesem Gedenkort auch dazu beitragen, dass über psychische Belastungen und Suizidalität gesprochen werden kann.

Nicht erst dann, wenn es zu spät ist.

Wenn ein Mensch selbst in einer Krise steckt, kann es wichtig sein, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen.

Auf der Gedenktafel befindet sich deshalb ein QR-Code zur Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention mit Informationen und einem Hilfefinder.

Du bist in einer Krise?

Du musst da nicht allein durch.

Hol dir Hilfe. Sprich darüber.

TelefonSeelsorge:
116 123
0800 1110111
0800 1110222

Bei akuter Gefahr: 112


Ein Ort für Erinnerung

Vielleicht führt Dein Weg irgendwann durch den Herrenlandpark.

Vielleicht bleibst Du an diesem Baum stehen.

Vielleicht denkst Du an einen Menschen, den Du verloren hast.

Vielleicht sitzt Du einfach eine Weile dort.

Du musst nichts erklären.

Du musst nichts leisten.

Du darfst erinnern.

Du darfst trauern.

Du darfst schweigen.

Dieser Ort ist für Menschen, die durch Suizid verstorben sind.

Und für die Menschen, die mit ihrem Verlust weiterleben.


Unser Gedenkort

Herrenlandpark
Hochstr. Ecke Herrenlandstr.
41379 Brüggen

 

AGUS Brüggen

Wir sind für Dich da.

AGUS Brüggen – Angehörige um Suizid
Selbsthilfegruppe für Angehörige nach Suizid und assistiertem Suizid

Wir bieten Austausch und Unterstützung für Menschen, die einen Angehörigen, Freund oder nahestehenden Menschen durch Suizid verloren haben.

brueggen(at)agus-selbsthilfe.de
brueggen.agus-selbsthilfe.de

 

 

Mit freundlicher Unterstützung:

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