AGUS e.V.

- Gruppe Brüggen, Kreis Viersen -

Wir stellen uns vor

Im Herbst 2017 haben wir unsere jüngste Tochter Nicole durch Suizid verloren.Nicole wurde nur 20 Jahre alt.

Ihr Tod hat uns Eltern, aber auch unseren beiden anderen Kinder besonders in den ersten Monaten fast völlig aus der Bahn geschmissen und es fällt uns noch heute schwer, überhaupt die ersten Tage „danach“ für uns zu rekonstruieren. Jeder von uns hat nur noch „funktioniert“ – wie auch immer …

Auf der Suche nach den offenen Antworten auf die vielen unzähligen Fragen, haben wir schon früh den Austausch mit anderen trauernden Eltern, aber auch mit anderen Angehörigen nach Suizid gesucht.

Hier boten sich aus unserer Sicht die verschiedenen Angebote von allgemeinen Trauer- und Selbsthilfegruppen an, wobei wir aber auch sehr schnell feststellen mussten, dass wir mit dem Thema „Suizid unserer Tochter“, so manche Eltern-Trauergruppe etwas aus deren Konzept brachten. Damit war weder der Gruppe, noch uns geholfen.

Fündig wurden wir dann aber doch noch in 2 Selbsthilfegruppen in Düsseldorf, deren Teilnehmer jeweils ausschließlich Angehörige nach Suizid waren.
Das erste Gruppentreffen in der Düsseldorfer AGUS-Gruppe fand für uns ca. 2 Monate nach dem Tod unserer Tochter statt. Kurze Zeit später, besuchten wir auch zusätzlich noch regelmäßig die Treffen von "Initiative Tabu Suizid e.V.".
Der persönliche Kontakt und der Austausch mit anderen Angehörigen, hat uns in beiden Gruppen sehr gut getan und wir haben dort auch viele Erkenntnisse gewinnen können, um besser mit der eigenen Situation in unserer Familie umzugehen.

Zusätzlich haben wir uns auch in dem Forum von AGUS angemeldet, waren dann aber später nur noch bei Facebook in mehreren speziellen geschlossenen Gruppen unterwegs, wo wir uns auch offen mit anderen Angehörigen nach Suizid austauschen konnten. Im Juni 2018 haben wir dann eine dieser Gruppen als Administratoren übernommen.

Die Facebook-Gemeinschaft Öffnet externen Link in neuem Fenster"Familie und Freunde nach Suizid" bietet momentan etwas mehr als 500 Mitgliedern die Möglichkeit, sich jederzeit mit anderen Betroffenen auszutauschen und sich dabei auch möglichst gegenseitig den nötigen Halt zu geben.
Diese Gruppe wird von uns privat geführt und ist unabhängig von AGUS.

In den verschiedenen Selbsthilfe- und Facebook-Gruppen haben wir sehr schnell erfahren, wie wichtig uns der Austausch mit anderen Angehörigen nach Suizid geworden ist, um Schritt für Schritt immer ein wenig mehr nach vorne blicken zu können.

Ein Raum für die eigene Trauer – hier darf man trauern, auch mal lachen, aber durch den intensiven Austausch auch Zuversicht erfahren. Man ist mit seiner Trauer nicht allein und man wird auch verstanden – und man kann mit seinen bisherigen „Erfahrung“, auch immer mehr anderen Angehörigen helfen.

Leider haben wir es aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft, an den Gruppentreffen in Düsseldorf teilzunehmen – und die Fahrerei im Berufsverkehr einschließlich der Parkplatzsuche war auch nicht ohne.

Da uns aber der Besuch der Selbsthilfegruppen sehr gefehlt hat, ist bei uns spontan die Idee entstanden, hier in Brüggen für den südlichen Niederrhein auch eine eigene Selbsthilfegruppe aufzubauen.

Mit Unterstützung der AGUS-Bundesgeschäftsstelle sowie der BIS Selbsthilfekoordinationsstelle für den Kreis Viersen, konnten wir im Herbst 2019 – genau 2 Jahre nach dem Suizid unserer Tochter – den Grundstein legen für eine neue Gruppe von AGUS.

Liebe Grüße

Ursula und Peter Wollborn

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Die Gruppenleiter